Bezirksregierung will S-Bahnausbau nach Bergheim streichen

Guido van den Berg
Guido van den Berg setzt sich für eine S-Bahn-Anbindung für Bedburg ein

Verärgert zeigt sich SPD-Kreisvorsitzender Guido van den Berg über eine aktuelle Vorlage der Bezirksregierung Köln. Die Behörde bereitet zur Zeit die Einstufung der Verkehrsprojekte in der Region für die Integrierte Gesamtverkehrsplanung des Landes Nordrhein-Westfalen (IGVP) vor. Die Bezirksregierung greift in ihrer aktuellen Sitzungsvorlage die positive Bewertung der IGVP für die S-Bahn über Bergheim und Bedburg nicht mehr auf.

Guido van den Berg: „Lapidar und unbegründet wird festgestellt, dass man keine Maßnahmen berücksichtigt habe, die zu höheren Betriebsleistungen führen und erläutert dazu in einer Fußnote, dass dies ausschließlich die Strecke im nördlichen Rhein-Erft-Kreis betreffe.“ Für den Sozialdemokraten ist das mehr als unverständlich, da die Bezirksregierung an anderer Stelle der gleichen Vorlage im Falle Stadtbahnlinie 18 Köln-Brühl-Bonn eine Erhöhung der Taktzeiten, was ebenfalls einer Ausweitung der Betriebsführung entspricht, als Argumentationsgrundlage für Bedarfsanmeldungen verwendet. „Die Herausnahme der S-Bahnstrecke aus den Empfehlungen ist unsystematisch und widerspricht dem ganzheitlichen Bewertungsansatz der IGVP,“ stellt der SPD-Kreisvorsitzende fest.

Die Studie untersucht den volkswirtschaftlichen Nutzen eines Vorhabens im Vergleich zu den Kosten. Dabei werden die im Teilnetz feststellbaren verkehrlichen Auswirkungen eines Vorhabens ermittelt und einer Bewertung zugrunde gelegt. Die Bewertung bezieht sich also nicht nur auf die Vorhabenstrecke selber, sondern auch auf das von ihr beeinflusste Netz.

Der Ausbau der Strecke Kerpen-Horrem nach Düsseldorf wird hiernach mit einem Kosten-Nutzen-Koeffizient von 2,75 bewertet. Im ganzen Regierungsbezirk Köln erlangen nur die Wiederaufnahme der Bahnstrecke zwischen dem Hauptbahnhof Mönchengladbach und der niederländischen Grenze bei Wegberg und die Verlängerung der Straßenbahn von Hürth-Hermülheim zum Hürther Einkaufszentrum eine ähnlich gute Bewertung. Auch die im Gutachten ermittelten Nutzwertpunkte von Minus 138 bescheinigen dem Vorhaben eine besondere Sinnhaltigkeit.